Offene Briefe

Offener Brief an den Anwalt Th.C. aus Hamburg

23.08.05 - Rolf Schälike

Sehr geehrter Herr Th.C.,

Sie waren über Jahre unser Firmenanwalt.

I.

Am 24. März 2003 leiteten Sie eine Gesellschafterversammlung und eine Woche später legten Sie das Mandat nieder. Danach haben Sie jeglichen Kontakt mit uns abgelehnt, auf keine Frage und kein Schreiben von uns geantwortet.

Ein Jahr später mussten wir klagen. Das Hamburger Landgericht entschied am 04. November 2004 (Az. 334 O 52/04):

"Die Klage ist zulässig. Der Beklagte schuldet dem Kläger dem Grunde nach Schadensersatz aufgrund fehlerhafter Leitung der Gesellschafterversammlung ... . Der Höhe nach ist die Klage nur teilweise begründet."

Wir erhielten von Ihnen ca. 3.500,00 €  erstattet. Auf den Anwalts- und Gerichtskosten dieses Verfahrens, unserem eigenen Aufwand und anderen Kosten, die bei uns im Zusammenhang mit der fehlerhaften Leitung der Versammlung Ihrerseits anfielen, blieben wir sitzen. Und das, obwohl wir nicht einmal alle Rechnungen und Zahlungen, die uns im Zusammenhang mit Ihrem Fehler als Anwalt Th.C. entstanden, einklagten.

II.

Sie legten Ihr Mandat u.a. mit der Begründung nieder, dass in dem Gespräch am 28.03.03 mit mir  folgendes offenbar wurde:

"... seitens der NevaMedia GmbH - sie schrieben MEDIA NEVIA GmbH - gegenüber der Deutschen Telekom AG Schadensersatzansprüche gestellt wurden, die nicht nur nicht bestanden, sondern nachträglich sozusagen konstruiert wurden."

Sie vergaßen offensichtlich, dass einen Monat zuvor Ihnen bestätigt wurde, dass Honorarschuldner in der Angelegenheit NevaMedia GmbH ./. Deutsche Telekom AG Herr Hans-Christoph Fritzsche war.

Unsere detaillierte Aufklärung über den versuchten Betrug gegenüber der Deutsche Telekom AG führte,  - anstelle uns in den Auseinandersetzung mit unserem früherem Geschäftsführer zu unterstützen  -, zu Ihrer Mandatniederlegung. Sie vergaßen, dass alle Gespräche zu diese Angelegenheit Sie ausschließlich mit unserem früheren Geschäftsführer, dem Herrn Fritzsche führten.

Sie haben auch niemals uns gegenüber zu erklären versucht, warum Sie im Gegensatz zu den zwei früheren Rechtsanwälten, die Herr Fritzsche in diese Sache einbezogen hatte, und die eine weitere Bearbeitung ablehnten, nicht erkannten, dass etwas faul ist. Sie haben eine Klage ohne Begründung und Prüfung der falschen und  gefälschten Unterlagen eingereicht.

III.

Am 07.03.2003 haben Sie dem Anwalt von Herrn Fritzsche geschrieben:

"Im übrigen können wir unserer Mandantschaft nicht anempfehlen, die von Ihnen vorbereitete Unterlassungserklärung abzugeben."

Es handelte sich dabei um eine Warnung, die darauf beruhte, dass wir uns betrogen fühlten.

Sie hatten uns nicht darauf hingewiesen, was juristisch Betrug ist, und was alles dazu gehört, Betrug nachzuweisen.

Wir haben inzwischen wegen Ihrer fehlenden und falschen Beratung mehr als 15.000,00 € Rechtsanwalts- und Gerichtkosten tragen müssen, und ein Ende der Prozesse ist nicht abzusehen.

Siehe dazu -> Äußerungsverfahren

IV.

Wir bitten Sie mit diesem Offenen Brief um eine klärende Aussprache, damit die Beziehungen zwischen Ihnen und uns nicht eskalieren.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Schälike
Geschäftsführer
der vormals NevaMedia GmbH

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Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 11.04.14